Blitz-Umfrage: Fans stellen DFB-Elf schlechtes Zeugnis aus
5.824 Fans geben der DFB-Elf nach dem 3:1 gegen Nordirland nur die Gesamtnote 3,11. Torwart stark, Abwehr schwach – es fehlt an Führung, Mentalität und klarer Taktik

IMAGO/Laci Perenyi
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Die WM-Qualifikation ist mit dem 3:1 gegen Nordirland sportlich stabilisiert – die Wahrnehmung der Fans bleibt jedoch kritisch. Im aktuellen Bundesliga-Barometer vergaben 5.824 registrierte Panel-Teilnehmer für die DFB-Elf insgesamt die Gesamtnote 3,11 (Skala 1–6). Auffällig: Der Torwartbereich wird mit 2,20 klar am besten bewertet, während Abwehr (3,53) und Mittelfeld (3,38) die Schwachstellen markieren. Der Angriff kommt auf 3,27, die Attraktivität des Spiels auf 3,50 – das Urteil bleibt also trotz des Ergebnisses nüchtern.
Trainerzeugnis: Wechsel gut, Taktik schwach
Auch der Bundestrainer bekommt kein glänzendes Zeugnis. Die Gesamtnote 2,91 speist sich aus einer starken Wechselstrategie (2,51), wird aber von Taktik (4,40) und Motivationsfähigkeit (4,75) deutlich nach unten gezogen. Das passt zum übergeordneten Eindruck: Die operative Steuerung stimmt punktuell, das grundlegende Konzept überzeugt die Fans noch nicht.
Amiri als Lichtblick – aber kein eindeutiger Anführer
Bei der Frage nach dem besten Spieler gegen Nordirland liegt Nadiem Amiri mit 52,5 % vorne, vor Jamie Leweling (34,9 %) und Oliver Baumann (20,9 %). Überraschend deutlich fällt die Führungsfrage aus: 52,5 % sehen keinen Führungsspieler auf dem Platz. Joshua Kimmich kommt auf 34,8 %, Oliver Baumann auf 9,9 % – Hinweise auf Impulse, aber keine unangefochtene Hierarchie.
Mentalität und Motivation als Hauptdefizite
Die zentralen Kritikpunkte betreffen die „weichen Faktoren“: Mentalität (85,9 %), Motivation (73,5 %) und fehlende Leadership-Strukturen (63,7 %) werden am häufigsten genannt. Grundsätzlich attestieren 72,5 % der DFB-Elf, dass „Typen“ fehlen, die Mannschaft führen und mitreißen. In einer ergänzenden Frage zur Ansprache im Trainerteam wünschen sich 73,3 % eine emotionale Persönlichkeit – eine Anforderung, die in der öffentlichen Debatte häufig mit dem Namen Sandro Wagner verbunden wird.
Nachhall der Slowakei-Pleite
Die 0:2-Niederlage in der Slowakei wirkt nach. 61,0 % monieren ein fehlendes taktisches Konzept, 43,5 % sehen mangelnde individuelle Klasse, 15,2 % einen nicht ausreichend breiten Kader. Bei der Verantwortungsfrage nennen die Teilnehmer vor allem „die Mannschaft“ (85,8 %); der Bundestrainer (44,2 %) und das Trainerteam gesamt (21,4 %) folgen mit Abstand. Die Botschaft: Primär sollen die Spieler liefern – die Bank steht dennoch in der Pflicht, ein klareres Gerüst zu vermitteln.
Blick nach vorn: Tabellenplatz 1 – mit Erwartungen
Trotz Skepsis trauen die Befragten Deutschland den Gruppensieg zu. In der Prognose liegt Deutschland vor der Slowakei, Nordirland und Luxemburg. Der Weg bleibt offen – aber aus Fan-Sicht nur dann nachhaltig erfolgreich, wenn Stabilität in der Defensive, ein tragfähiges taktisches Konzept und sichtbare Führungsrollen zusammenfinden.



